„Denk mal“ anders über Wilhelmshavener Geschichte

Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs haben im Seminarfach 2015/16 eine etwas andere Herangehensweise an Erinnerung ausprobiert. Sie agierten als Forscher und haben sich intensiv mit der Denkmallandschaft ihrer Heimatstadt auseinandergesetzt.

Ziel dieses Projektes war es, wissenschaftspropädeutisches Arbeiten weiter zu fördern und sich der Verortung von Geschichte in der eigenen Lebenswelt bewusst werden. Dabei wurden spannende „Geschichten“ hinter Denkmälern und ihren Standorten hier in Wilhelmshaven zu Tage gefördert.

Gelingen konnte dieses Projekt dank der Unterstützung des Küstenmuseums, des Stadtarchivs und des Bauamtes. So hatten die Schüler und Schülerinnen mit Herrn Räcker-Wellnitz vom Stadtarchiv und Herrn Steinert vom Küstenmuseum kompetente Ansprechpartner, die sie in die Archivarbeit und Recherchetechniken einführten. Frau Becker vom Bauamt der Stadt Wilhelmshaven ermöglichte einen interessanten Einblick in Berufsfelder der Denkmalpflege und zeigte, wie Denkmalschutz in Wilhelmshaven konkret aussieht. Fachliche Unterstützung erhielten die Kurse auch von Herrn Ingo Hölzler, der neben hilfreichen Informationen über die örtlichen Denkmäler auch wichtige Literaturhinweise gab.

Den Abschluss des Projektes markierten kleinere Facharbeiten z.B. über die Christus- und Garnisonskirche, das Ehrenmal auf dem Ehrenfriedhof oder das Denkmal des Panzerschiffs „Deutschland“ sowie eine zweitägige Exkursion nach Hamburg. Dort wurden vor allem Denkmäler aus der Kaiserzeit mit denen Wilhelmshavens verglichen und weitere Formen der Erinnerung wie z.B. Stolpersteine oder Straßennamen untersucht.

denkmalaktiv_Logo_standaloneAuf diesem Wege möchten wir uns noch einmal recht herzlich für die Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Trägerin des Schulprogramms „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ (s.a. www.denkmal-aktiv.de), bei Herrn Räcker-Wellnitz vom Stadtarchiv, bei Herrn Steinert vom Küstenmuseum, bei Herrn Hölzler und bei Frau Becker vom Bauamt bedanken. Es war sowohl für die Schülerinnen und Schüler, als auch für uns betreuende Lehrer ein interessantes und spannendes Projekt.

Erinnern an den Ersten Weltkrieg

IMG_04442In diesem Jahr jährt sich die Seeschlacht am Skagerrak zum hundertsten Mal, sodass sich Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs mit diesem historischen Ereignis im Gesellschaftsunterricht intensiv auseinandersetzten. Sie erarbeiten selbstorganisiert eine Ausstellung zum Kaiserreich und Imperialismus, um die Ursachen des Ersten Weltkrieges zu ergründen.

Durch historische Filmdokumente und Zeitzeugenberichte erhielten die Schülerinnen und Schüler Zugang zu diesem dunklen Abschnitt der deutschen Geschichte. Den Abschluss markierte eine Führung durch die Christus- und Garnisonskirche mit Pastor Morgenstern. Dieser stellte sich den neugierigen Fragen der Neuntklässler und zeigte den Schülerinnen und Schülern, wie man sich über die Jahrzehnte an die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts hier in Wilhelmshaven erinnerte.

Jahrgang 8 on tour zur Ideen Expo

Schon mal mit einem Gabelstapler einen Ball durch ein Labyrinth manövriert? Oder die 6 Stationen der Autoproduktion bei VW durchlaufen? Oder womöglich beim NDR das Wetter anmoderiert? Oder aber die eigene DNA untersuchen lassen?IMG_00242
Bei der Ideen Expo in Hannover konnte all das und viel Mehr ausprobiert werden. Bereits zum dritten Mal ist der komplette 8. Jahrgang auf das Messegelände der Landeshauptstadt gereist, um das Who is Who unterschiedlichster Branchen der deutschen Industrie kennenzulernen.
Dabei stand Selbstmachen im Vordergrund! So haben André und Tobias den Tagesrekord im Zahnradpuzzle aufgestellt, Julius und Paavo schauten bei einer Obduktion an einem äußerst realistischen Dummy genauer hin, Max und Danilo bewiesen ihr Geschick beim Segway-Parkour und E-Longboard fahren. Zahlreiche Damen schminkten sich mit Kunstblut sehr realistische Wunden und ließen ihre Fotos unter #ideen-expo bei Instagram einstellen.
Neben –zig Mitmachaktionen stand beim diesjährigen Besuch die Berufsvorbereitung im Fokus. Eine vielfältige Palette an Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten ergänzt nun lokale Präsentationen der Job for you und betriebliche Erkundungsmöglichkeiten. Sicher sind jetzt viele um einige Eindrücke reicher …

Uns ist in alten męren wunders vil geseit…

Dass Sprache sich verändert, und dass Sagen häufig ein wahrer historischer Kern zugrunde liegt, das konnten die Schüler und Schülerinnen der 7.3. an der Nibelungensage selbst erforschen und entdecken.
Die jungen Hobbyhistoriker und Sprachwissenschaftler untersuchten das „deutsche Nationalepos“ in Hinblick auf seine Herkunft und gingen in der Epoche des Mittelalters auf Spurensuche möglicher Verfasser und historischer Vorbilder für Siegfried, Kriemhild und Co.
Neben einem ersten Kontakt mit dem Mittelhochdeutschen setzten sich die Schüler und Schülerinnen in diesem Zusammenhang auch mit der literarischen Komposition der Sage auseinander. So wurden neben Liebesbriefen Kriemhilds an Siegfried auch Berichte von Siegfrieds glorreichem Kampf mit dem Drachen verfasst, Schlüsselszenen szenisch dargestellt oder als Comic aufbereitet.
Den Abschluss dieser Einheit bildete ein Besuch im Küstenmuseum Wilhelmshaven, in welchem die Schüler Einblick in das mittelalterliche Friesland und „Wilhelmshaven“ erhielten. Piraten, die Hanse, Störtebeker und die Siebethsburg begegneten ihnen auf der Führung und dem Rundgang durch die Sonderausstellung. Den krönenden Abschluss bildete der Workshop zur Kalligraphie, bei welchem die Schülerinnen und Schüler mit Tinte und Feder eigene erste Schreibversuche absolvierten.

Flucht und Vertreibung …

… als fächerübergreifendes Projekt des 7. JG

Dass Themen nicht mit den Grenzen des einzelnen Faches enden, zeigt das Problemfeld „Migration“ eindrucksvoll. So entschloss sich der Jahrgang 7 dazu, dieses brandaktuelle Thema fächerverbindend und unter Einbeziehung außerschulischer Lernorte durchzuführen.

Der Deutschunterricht widmete sich dafür dem Jugendroman „Der Schrei des Löwen“ von Ortwin Ramadan, welcher realitätsnah und fesselnd die Flucht zweier afrikanischer Jungen nach Europa erzählt. Neben der Beschäftigung mit der Lektüre wurden auch Briefe an den Autor verfasst, die dieser sehr liebevoll beantwortete.

„Als wieder einmal die Bilder von einem gesunkenen Flüchtlingsboot in den Fernsehnachrichten zu sehen waren, habe ich mir die Frage gestellt, warum sich diese Menschen in Lebensgefahr bringen, obwohl sie in Europa eigentlich keiner haben will. Außerdem ist mir aufgefallen, dass stets über diese so genannten „Flüchtlinge“ berichtet wird, ohne dass sie jemals selbst zu Wort kommen.“  So der Autor Ortwin Ramadan in dem Antwortbrief an die Stammgruppe 7.4.

Im Gesellschaftsunterricht wurden Formen, Ursachen und Ergebnisse von Migration erarbeitet. Um zu entdecken,  was Migration für die Schüler und Schülerinnen persönlich bedeutet, führten sie Interviews im Lieblingsrestaurant, im Sportverein, mit Verwandten, Freunden oder Nachbarn durch. Heraus kam eine bemerkenswerte Vielzahl verschiedenster Motive, die Heimat zu verlassen. Abschließend besuchte der  komplette Jahrgang das Theaterstück „Über die Grenze ist es nur ein Schritt“ sowie das Auswandererhaus in Bremerhaven. Sowohl im Theater durch die direkte Ansprache der Schauspieler, als auch im Auswandererhaus mit individuellen Rechercheaufträgen konnten die Schüler und Schülerinnen Flüchtlingsschicksale hautnah erleben.

Märchen einmal anders…

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Märchen“ gestalteten die Schüler und Schülerinnen der 6.2 einen Märchenbasar, auf dem es viele verschiedene Märchen zu entdecken gab. Von den Klassikern wie „Rapunzel“ oder „Rumpelstilzchen“, über unbekanntere Märchen wie „Der standhafte Zinnsoldat“, „Die Hirtin wird Zarin“ war für jeden Geschmack etwas dabei.

Aufgabe war es, einen Tisch so zu gestalten, dass man mit seiner Hilfe wichtige Informationen zu dem jeweiligen Märchen erhalten konnte. Schaut selbst, ob das geglückt ist…

Das Eichmann – Protokoll

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Arzt hätt` ich nicht werden dürfen
Das Eichmann – Protokoll

 „Von dem rechtlichen Sektor aus gesehen blieb mir nichts anderes übrig als Befehlsempfänger, die Befehle, auszuführen, die ich bekam.“

Über den Geschichtsunterricht hinaus hatten am 24.01.2014 Schüler des 12. und 13. Jahrgangs der IGS die Möglichkeit, mithilfe einer szenischen Lesung auf Basis der Verhörprotokolle Adolf Eichmanns einen vertiefenden Einblick in die Psyche des Organisators der nationalsozialistischen Judenvernichtung zu erhalten. Die Schauspieler Harald Schandry und Bernd Surholt, die seit 6 Jahren mit der Inszenierung an deutschen Schulen versuchen, historische Zusammenhänge zu verdeutlichen und Bezüge zu aktuellen Ereignissen herzustellen, verzichten dabei auf Requisiten und Bühnenbild und zeichnen auf Basis verschiedenster historischer Dokumente ein verstörendes Bild des Schreibtischtäters Eichmann. Weiterlesen