Deutsch

Fachbereichsleiter
Sebastian Venus

 

 

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Berichte aus dem Fachbereich:
Lyrik, Farbe und Winter

„Alles sieht so festlich aus“: Lyrik, Farbe und Winter werden zu einer runden Sache

Fächerübergreifendes Projekt Kunst- und Deutschunterricht in Jahrgang 5

„Ich brauch ‘nen kleinen Pinsel, sonst kann man die Krähen auf dem Baum nicht erkennen“, sagt ein Schüler mit skeptischem Blick auf das Pinselsortiment und trifft zielsicher seine Wahl. Einer von vielen weihnachtlichen Momenten in einem fächerübergreifenden Projekt in der Stammgruppe 5.6, in dem die Schüler sich kreativ experimentierend mit der Gestaltung ihrer persönlichen Winterkugel- zum Beispiel für den Weihnachtsbaum zuhause – beschäftigt haben.

Die 28 SchülerInnen der Stammgruppe hatten im Deutschunterricht bei Joachim Rathjens und Kai Hagedorn in den vorhergegangenen Wochen klassische und moderne Wintergedichte  kennengelernt und sich mit unterschiedlichen literarischen Perspektiven auf den Winter beschäftigt. Dabei wurden Gedichte gelesen, auf ihre Stimmung hin analysiert, als Vortrag „performt“ und sogar eigene, kurze Gedichte geschrieben. Als Abschluss dieser intensiven Arbeit erhielten die SchülerInnen die Möglichkeit ihre eigene Winterkugel mit winterlichen Landschaften oder auch abstrakt zu gestalten und ihren persönlichen Lieblingsvers aus einem der behandelten Gedichte auf der Kugel zu verewigen.

Die stolz präsentierten Ergebnisse der engagiert und akribisch gestalteten „Winterbilder“ sind, wie hier zu sehen ist, gelungene und individuelle künstlerische Interpretationen zur kalten Jahreszeit.

von Kai Hagedorn

Die heilige Johanna 2.0

Franziska Werner vom Oldenburger Staatstheater besucht Deutschkurs 10Z3 an der IGS

Wie schreibt man eigentlich ein Theaterstück? …und wie wird dann aus einem Text eine lebendige und spannende Inszenierung?
Praktische Antworten auf diese Fragen erhielt der Deutschkurs 10Z3 der IGS unter Leitung von Nina Helmerichs und Kai Hagedorn von Franziska Werner.
Im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Epischen Theater nach Bertold Brecht wurden im Kursunterricht zunächst Passagen aus der „heiligen Johanna der Schlachthöfe“ erarbeitet und die Rolle der Johannen-Figur als Fürsprecherin der Armen diskutiert.

Anschließend hieß es; selber schreiben!

Orientiert an aktuellen Konflikten wie Hungersnöten, Bürgerkriegen, politischen Krisen, EU-Austritten usw. entwickelten die SchülerInnen Ideen für eigene Stücke und entwarfen Szenen für die Bühne.
Fachkundige Unterstützung erhielten sie dabei von Franziska Werner, Schauspielerin und Stückautorin am Oldenburger Staatstheater, die der IGS einen Besuch abstattete.
Neben einer kurzen Vorstellung ihres Berufes und einem Einblick in die Welt des Theaters stand dabei vor allem die Unterstützung beim Schreiben der eigenen Szenen im Fokus. Es wurde beraten, gekürzt, umgeschrieben und optimiert, um anschließend in einer Art Workshop-Format die Szenen dramatisch zu inszenieren und mit fachlicher Beratung „bühnenreif“ einzuüben.
Das große Finale bildete an diesem Tag die Premiere der selbstgeschriebenen Szenen auf der Probebühne.
Lampenfieber und Selbstbewusstsein – am Ende ein applaudierendes Publikum.

Ein bisschen wie am echten Theater…

Kai Hagedorn

Rap-Projekt im Deutschunterricht

„Das wir so etwas können, hätte ich nicht gedacht…!“

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Großstadtlyrik“ befassten sich die 24 SchülerInnen des Deutschkurses 8,456 unter Leitung von Erika Damm und Kai Hagedorn mit lyrischen Werken der letzten 100 Jahre, die allesamt eine Gemeinsamkeit aufwiesen: Das Themenfeld Stadt und Mensch.

Neben grundlegenden Kategorien der Lyrikanalyse, wie dem Identifizieren und Deuten von Metaphern, Alliterationen, Reimschemata und weiteren Stilmitteln, stand in der Auseinandersetzung mit den Texten vor allem das Verhältnis zwischen „lyrischem Ich“ und Stadt als Lebensraum im Fokus der gemeinsamen Arbeit.

Nach der Beschäftigung mit expressionistischen Gedichten und Beispielen aus dem Bereich Poetry-Slam stand Rap – gewissermaßen als moderne Form der performativen Lyrik – auf der Agenda.

Für das Schreiben eines eigenen Stadtrap-Textes stand eines fest: Thema ist Wilhelmshaven.

Unterstützung erfuhren die SchülerInnen durch den überregional bekannten Rap-Künstler Boykott („Wilhelmshaven“), der Grundlagen des Rappens sowie Texteschreibens erläuterte und den SchülerInnen in ihrer gesamten Schreibphase mit Tipps, Anregungen und Expertise zur Seite stand.

Am Ende der Unterrichtseinheit stand die Präsentation der Texte, in denen die SchülerInnen ihre ganz eigene Sicht und persönliche Geschichten aus „ihrer“ Stadt verarbeiteten.

Die Vorträge reichten von rhythmisch gelesenen Texten bis hin zu hochanspruchsvollen Rap-Performances, die entsprechend mit brandendem Applaus belohnt wurden.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die SchülerInnen freudiges Engagement gezeigt und für sich neue Wege für einen produktiven Umgang mit Lyrik erschlossen haben.

Kai Hagedorn

Wenn Sonntage verschwinden und Ausrufezeichen ermitteln

QS1J9812Dreihundertsechzig gespannte Schüleraugen blickten am 10.12.2014 auf die Bühne im Forum der IGS Wilhelmshaven. Von der Bühne blickten sechs Paar Augen in leichter Panik zurück. Was war hier los?
Heute sollte der Schulsieger oder die Schulsiegerin des bundesweiten Vorlesewettbewerbs ermittelt werden. Sechs Kandidaten, die sich zuvor in ihrer Stammgruppe als beste Leserin oder Leser durchgesetzt hatten, hielten ihre aktuelle Lieblingslektüre fest in der Hand und unterdrückten das aufkommende Gefühl der Nervosität.
Nachdem das Orchester des 6.Jahrgangs zur Einstimmung gespielt hatte, ging es los. In der ersten Runde wurde ein vorbereiteter Text vorgelesen. So wurde das Publikum in die erste Unterrichtsstunde an der neuen Hexenschule geführt oder erlebten das „echt kranke“ Aufwachen nach einem Unfall durch die Holzfäller ähnliche Krankenschwester mit. Ebenso stellten sie sich die Frage, warum ein Sonntag einfach verschwindet und Bratkartoffeln eine Voraussetzung für gute Ermittlungsarbeit sind. QS1J9807Die drei Mädchen und Jungen begeisterten mit ihren Beiträgen so sehr, dass das 11-13jährige Publikum und die Jury über eine halbe Stunde gebannt zuhörten. Jeder Vortrag wurde mit viel Applaus belohnt.
In der zweiten Runde stieg der Schwierigkeitsgrad, die Kandidaten mussten etwa zwei Minuten einen unbekannten Text vorlesen, dabei nicht nur den Text verstehen, sondern auch die richtige Stimmung vermitteln. Das ist nicht einfach, wenn die Protagonistin in einer unterirdischen Bibliothek von einem Schimmelrochen durch die Gänge gejagt wird. Doch die Vortragenden konnten auch hier das Publikum in ihren Bann ziehen und ernteten viel Applaus. Das Orchester spielte mit großer Lebendigkeit den Song „Zombie“, während sich die Jury beriet. Als Siegerin stand einstimmig Jenny Reinbold aus der 6.4 fest, den zweiten Platz belegte Marvin Salomon aus der 6.2. Alle anderen Teilnehmer konnten den dritten Platz erreichen.

Uns ist in alten męren wunders vil geseit…

Dass Sprache sich verändert, und dass Sagen häufig ein wahrer historischer Kern zugrunde liegt, das konnten die Schüler und Schülerinnen der 7.3. an der Nibelungensage selbst erforschen und entdecken.
Die jungen Hobbyhistoriker und Sprachwissenschaftler untersuchten das „deutsche Nationalepos“ in Hinblick auf seine Herkunft und gingen in der Epoche des Mittelalters auf Spurensuche möglicher Verfasser und historischer Vorbilder für Siegfried, Kriemhild und Co.
Neben einem ersten Kontakt mit dem Mittelhochdeutschen setzten sich die Schüler und Schülerinnen in diesem Zusammenhang auch mit der literarischen Komposition der Sage auseinander. So wurden neben Liebesbriefen Kriemhilds an Siegfried auch Berichte von Siegfrieds glorreichem Kampf mit dem Drachen verfasst, Schlüsselszenen szenisch dargestellt oder als Comic aufbereitet.
Den Abschluss dieser Einheit bildete ein Besuch im Küstenmuseum Wilhelmshaven, in welchem die Schüler Einblick in das mittelalterliche Friesland und „Wilhelmshaven“ erhielten. Piraten, die Hanse, Störtebeker und die Siebethsburg begegneten ihnen auf der Führung und dem Rundgang durch die Sonderausstellung. Den krönenden Abschluss bildete der Workshop zur Kalligraphie, bei welchem die Schülerinnen und Schüler mit Tinte und Feder eigene erste Schreibversuche absolvierten.

Andorra – Forum theater Wien

Ein gelesenes Drama ist wie das Riechen an einer Mahlzeit. Zwar kann man viele Nuancen von Gerüchen erkennen und sich ein Bild vom Menü machen, der Gesamteindruck bleibt aber unvollständig. Daher nahm die IGS Wilhelmshaven die Gelegenheit beim Schopf, das Forum theater Wien für eine Vorführung des Dramas „Andorra“ von Max Frisch zu buchen. Am 4. März konnten 400 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 -11 auf der Bühne des Forums verfolgen, wie das Pflegekind Andri auf Grund seiner scheinbaren jüdischen Herkunft diskriminiert und schließlich ermordet wird. Sie sind das Publikum, demgegenüber  die Andorraner  ihr Verhalten beschönigen und ihre Feigheit leugnen.

Die Schülerinnen und Schüler folgten der Aufführung mit großer Konzentration und setzten sich hinterher kritisch mit der Interpretation auseinander. Dabei wurde auch besprochen, unter welchen Bedingungen ein Theaterstück auf die Bühne gebracht werden kann und welche Problemstellungen man dabei zu bewältigen hat.
Insbesondere der 10. Jahrgang, der das Drama verpflichtend für die Abschlussprüfungen lesen muss, konnte sich auch inhaltlich mit der Adaption auseinander setzen.

So erlebten sie das Menü mit allen Sinnen genießen.

Märchen einmal anders…

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Märchen“ gestalteten die Schüler und Schülerinnen der 6.2 einen Märchenbasar, auf dem es viele verschiedene Märchen zu entdecken gab. Von den Klassikern wie „Rapunzel“ oder „Rumpelstilzchen“, über unbekanntere Märchen wie „Der standhafte Zinnsoldat“, „Die Hirtin wird Zarin“ war für jeden Geschmack etwas dabei.

Aufgabe war es, einen Tisch so zu gestalten, dass man mit seiner Hilfe wichtige Informationen zu dem jeweiligen Märchen erhalten konnte. Schaut selbst, ob das geglückt ist…